• Ein Tiroler Hotelier bezieht Stellung

    Stellungnahme,Perspektive, Freiheit, Grenze
    Gastronomen und Gewerbetreibende der Tourismusbranche schauen derzeit nach Tirol. Dort bezieht der Hotelier Jürgen von Fiss in einem Interview ungewöhnlich Stellung: "Die Behörden nehmen ihre Aufgaben so ernst, dass sie einem Unternehmer Dinge vorschreiben, die keinen Sinn machen. Sie können nicht unterscheiden zwischen Gesetz, Recht und Ordnung."

    Jürgen von Fiss (im Bezirk Landeck) beschreitet seit August 2015 den Weg aus seiner Unmündigkeit. Er hat seine "Person" Jürgen Anton Rietzler dem Staat Österreich zurückgegeben und führt fortan als "Mensch Jürgen" sein 50-Betten-Hotel mit seinen Angestellten in wunderbarer Eintracht und Harmonie. Er unterbindet österreichischen Behörden Kontrollen in seinem Haus und zahlt seit August 2015 keine Einkommenssteuer mehr. Er betont im Interview, dass die österreichischen Behörden weder die Hoheitsgewalt noch irgendeine Legitimation haben.

    Der mutige Hotelier ist 42 Jahre alt und leitet den elterlichen Betrieb mit Stolz und großer Dankbarkeit. Er betrachtet Gastfreundschaft als Lebensaufgabe schlechthin, der er mit Eifer und Freude nachgeht. Und genau die steht zur Disposition, die Freude an der Arbeit wird vergällt, weil Behörden ihr eigenes Tun nicht verstehen und sich, konfrontiert mit Recht und Gesetz, in unendliche Widersprüche verstricken. Nachfragen bei Wirtschaftskammern und Interessenvertretungen blieben gänzlich ohne Resonanz. Er musste erkennen, dass er allein stand mit Fragen, auf die er keine ausreichenden und ehrlichen Antworten bekam. Dieses Ringen um Wahrheit brachte ihn letztendlich zur Erkenntnis, sich selbst zu orientieren und neue Wege zu beschreiten. Und dieser Weg lautet kurz und knapp: Keine Zwangsverwaltung mehr!

    Angesprochen auf irgendwelche Konsequenzen und Probleme als Unternehmer, bezeugt Jürgen von Fiss, es wäre "total einfach". Er hat die Verantwortung für seine Mitarbeiter abgegeben, jeder Mitarbeiter arbeitet eigenverantwortlich und freiwillig. Die Einbeziehung der Mitarbeiter hat einen Prozess in Gang gebracht, der für jedermann die Arbeit leicht von der Hand gehen lässt. Er betont die zentrale Stellung des "Patrons", dem Herrn des Hauses, der auch die gute Seele ist. Er schätzt den Kontakt zwischen Patron und Gast auf Augenhöhe und den unglaublichen Wert dieser Arbeit. Als Patron übernimmt er selbst alles, angefangen von der Rezeption über die Buchung, die Korrespondenz bis hin zum Erstkontakt mit dem Gast. Das Credo überzeugt: "Wir begleiten unsere Gäste als Freunde durch den Urlaub".

    Letztendlich, mit Verweis auf geschichtliche Zusammenhänge, Dokumente und Verträge appelliert er an die Behörden, selbst zu denken, das eigene Tun zu überprüfen und die Menschen in die Freiheit zu entlassen - den Menschen wieder Mensch sein zu lassen. Seine Botschaft: Menschsein ist das höchste Gut. Nur der Mensch ist Grundrecht berechtigt, die Person ist Grundrecht verpflichtet. Jeder ändert seins und das Ganze ist geändert.

    Weitere Links:
    Interview
    Arbeitsgemeinschaft Selbstverwaltung
    Hotel Montana in Fiss
    Bildnachweis: Martina Taylor / pixelio.de