• Studie: Beim Einsparpotential rangiert Gastronomie ganz vorn

    Sparen, Einsparpotential
    Laut aktueller Studie der Stiftung für Zukunftsfragen würden 69 von 100 Befragten bei knapper Kasse weniger Geld für einen Besuch im Restaurant oder einer Diskothek ausgeben. Bei der letzten Befragung im Jahr 2003 sprachen sich für diese Art des Verzichts lediglich 49 Prozent aus.

    Der wissenschaftliche Leiter der Stiftung, Professor Dr. Ulrich Reinhardt, begründete diese Entwicklung damit, dass das Ausgehen früher einen höheren Stellenwert hatte, es war sozusagen das Highlight der Woche. Inzwischen ziehen sich immer Menschen in ihr trautes Heim zurück, weil sie sich dort sehr gut unterhalten können. Außerdem hätten sich die Möglichkeiten des Geldausgebens vervielfältigt. Allerdings geben die Deutschen beim Essen und Trinken im Schnitt generell weniger Geld aus als die Menschen in den Nachbarländern. Daher sei auch das Einsparpotential deutlich geringer. Nur 11% Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, bei diesem Posten zu sparen.

    Interessant bei der Studie ist, dass ein Gros der mehr als 2000 Befragten inzwischen die Trinkgeld-Regelung für gesellschaftlich überholt hält. Die überlieferte Sitte, etwa 10 Prozent des Umsatzes als Trinkgeld zu geben, hat keinen Bestand mehr. Lediglich jeder vierte Bundesbürger hält dies noch für angemessen. Deutlich mehr erachten schon 5 Prozent Trinkgeld oder weniger als ausreichend.

    Insgesamt zeigen sich im Ergebnis der Studie einige Auffälligkeiten: Zunächst wurden 3.989 Euro als durchschnittliches monatliches Haushaltseinkommen ermittelt. Davon werden rund ein Sechstel für Freizeit, Unterhaltung, Kultur, Restaurant und Hotellerie ausgegeben. Die Einsparbereitschaft beim Reisen und dem Hobby blieb nahezu auf konstantem Niveau. Signifikant stieg allerdings die Bereitschaft, beim Ausgehen weniger auszugeben. Das trifft vor allem auf die mittlere Generation der 34- bis 55-jährigen wie auch auf Elternpaare zu. Singles und kinderlose Paare signalisieren hingegen nur eine verminderte Bereitschaft kürzer zu treten. Bei der Bewertung von Freizeitaktivitäten zählt vorwiegend die Befriedigung individueller Bedürfnisse. Diese reichen von Erlebnis und Ablenkung über Erholung und Horizonterweiterung bis hin zu Gemeinschafts- und Glücksgefühlen. Auch haben Atmosphäre, Freundlichkeit des Personals und Inszenierung der Attraktion einen großen Einfluss auf die Zufriedenheit der Gäste. Nur begeisterte Gäste bzw. Besucher werden zu "Wiederholungstätern", woran weder Promotion noch Hochglanzprospekte oder innovatives Marketing etwas ändern können.

    Weitere Links:
    Stiftung für Zukunftsfragen
    Bildnachweis: Thorben Wengert / pixelio.de